Vita | Silvia Di Natale


Geboren bin ich in Genua. In Mailand habe ich nach dem klassischen Abitur Literaturwissenschaften studiert.

Ich war noch nicht mit dem Studium fertig, als ich nach Deutschland kam.

In München unterrichtete ich italienische Gastarbeiter und schrieb an meiner Doktorarbeit in Italien. 

1974 war ich ein ganzes Jahr in Asien auf Reisen.

Danach studierte ich Sozialwissenschaft an der LMU in München.

1982 war ich wieder ein ganzes Jahr auf Reisen, dieses mal nur in Indien, mit Gerhard, der damals noch nicht mein Ehemann war. 

Da ich seit je ein Faible für Schafe und Schäfer habe, schrieb ich 1983 meine Diplomarbeit über die Schäfer von Sardinien. Von ihnen habe ich vieles, darunter, wie man Käse zubereitet, gelernt.

1984 zogen Gerhard und ich nach Regensburg, wo ich mit dem Forscherteam der Universität der Frage nachzugehen versuchte, ob die Kooperativen Andalusiens die Arbeitslosigkeit auf dem Land lindern konnten. Die Antwort war nicht allzu deutlich, wie manches in der Sozialwissenschaft, jedoch lernte ich in den zwei Jahren auf den Feldern Andalusiens eine Menge, und nicht nur wie man eine kooperative besser nicht führen sollte!

Noch war die Untersuchung nicht beendet, schon war mein Sohn Claudio unterwegs. Geboren wurde er 1986, als ich noch mit dem Bericht aus der Forschung in Andalusien und mit meiner Dissertation  "Die Handlungsstrategien der andalusischen Landarbeiter" beschäftigt war.

Claudio war noch sehr klein, als wir zusammen für zwei Tage in der Woche nach München fuhren. Ich war dort Assistentin am Lehrstuhl für Soziologie.

Ländliche Themen beiseite gelassen, widmete ich mich dann der kindlichen Aggressivität mit einem Projekt, das für die Universität Hildesheim geführt wurde. In den Jahren 2000 und 2001 pendelte ich zwischen Regensburg und Hildesheim – ein treuer Gast der Deutschen Bahn.


Zum Schreiben  kam ich spät – dafür war ich sehr fleissig: 

Nach meinem Erstlingsroman  "Kuraj", in Italien erschienen und dann in sechs Sprachen – darunter Deutsch – übersetzt, schrieb ich weitere sechs Romane und eine Reportage, dazu jede Menge Erzählungen. Alles auf Italienisch.   

Die Bildhauerei kam eigentlich noch vor dem Schreiben und neben der Forschung. 

In meinem Atelier,  im  "Grünen Gäßchen" in Regensburg, entstanden die ersten Plastiken für die Bronzegüsse – Faunenfamilien waren meine ersten Auftragsarbeiten – und dann die ersten großen Holzfiguren.

Neue Reisen brachten mich nach Kolumbien – 2010 und 2011 – und 2013 nach Pakistan. Inzwischen war ich nach Oberbayern umgesiedelt.

Wer mich heute sucht, findet mich in meinem Häuschen am Rande des Ebersberger Forstes, über dem Egglburger See, inmitten von Weiden und, wenn es nicht regnet, unter der  Rosenpergola. 


Kurz-Biographie

  • 1951  geboren in Genua
  • 1976  Promotion in Mailand im Fach Literaturwissenschaft und Erwerb des Titels "Dottore in Lettere"
  • 1978–1983  Studium der Soziologie, Philosophie und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 1993  Promotion an der Universität Regensburg im Fach Sozialwissenschaft und Erwerb des Titels "Doktor der Philosophie"
  • 1993–1999  Forschungsprojekte an den Universitäten Regensburg und Hildesheim
  • 1988–1992  Seminare über Plastisches Gestalten  bei Prof. Hermann Leber an der Universität Regensburg
  • 1988–2007  Herstellung von Plastiken in Marmor, Bronze und Holz 
  • 2000–2014  Sechs Romane, ein Jugendroman und eine Reportage bei verschiedenen Verlagen auch außerhalb Italiens veröffentlicht
  • 2015-2017 Herstellung von Holzskulpturen, Veröffentlichung von Erzählungen, Leitung des Kurses "Kreatives Schreiben" an der Ludwig-Maximilians-Universität München

 

 

Das Leben – ein Mosaik

noch ist das letzte Steinchen
nicht gelegt worden.


Silvia Di Natale